24. Juni 2022

Alex Berlin – Queerness in den Medien

Autorin: Jaqueline Frank studiert im Master Publizistik- & Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin. Seit Dezember ist sie Werkstudentin bei ALEX Berlin und arbeitet im Bereich Content & Social Media.

Queerness in den Medien

Wie sichtbar ist die queere Community in den Medien? Rund 11 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sind queer (LGBT+ Pride 2021 Global Survey“ von IPSOS). Aber diese Realität wird in den Medien nicht vollständig abgebildet – das belegt u.a. der Lesben- und Schwulenverband Deutschland mit mehreren Studien. Besonders bei fiktionalen TV-Produktionen sind nicht-hetereosexuelle Orientierungen unterrepräsentiert.

(https://www.lsvd.de/de/ct/6047-Darstellung-von-LSBTI-im-Fernsehen-und-den-Medien)

Sichtbarkeit von LGBTQIA+ in den Medien? Das geht besser!

Aber warum ist die Sichtbarkeit von LGBTQIA+-Themen in Film, Fernsehen oder anderen Medien so wichtig? Es gibt einige Menschen, die keinen persönlichen Kontakt zur LGBTQIA+ Community haben. Der LGBT Survey von You Gov (2021) belegt, dass 61 Prozent weder selbst queer sind, noch queere Menschen in der Familie oder im Freund:innenkreis haben. Es ist also wichtig, dass diese die Community zumindest aus Fernsehen oder anderer Berichterstattung kennenlernen und damit Barrieren oder sogar Vorurteile abgebaut werden. Außerdem ist die mediale Repräsentation und die Sichtbarmachung von LGBTQIA+-Themen gerade für junge Menschen wichtig – es hilft Vorbilder oder Identifikationsfiguren zu finden. 

Das heißt, wir Medienmacher:innen tragen eine große Verantwortung. Wir können mitentscheiden, welche Inhalte die Öffentlichkeit zu sehen bekommt. Deshalb wollen wir bei ALEX Berlin auch die Themen marginalisierter Gruppierungen sichtbar machen und unseren Produzierenden den Raum geben, über die Dinge zu sprechen, die sie im Alltag beschäftigen.
So hat unser Werkstudierender Luis für eine Folge „Raum für Notizen“ Erik Jödicke vom Bundesverband des queeren Jugendnetzwerks Lambda eingeladen. Mit ihm hat er über die Lage von queeren Menschen aus der Ukraine gesprochen und wieso sie vom Ukraine-Krieg besonders bedroht sind. (Hier könnt ihr die Folge sehen https://www.youtube.com/watch?v=jHbjmnQ6j-M).

 

ALEX schafft Räume für LGBTQIA+ Themen


Außerdem produzieren wir in unserem Sender die Gebärdensprachtalkshow „Fingerzeig“. Im Rahmen einer offenen TV-Redaktion wird jede Sendung von jungen, meist tauben Menschen eigenständig vorbereitet und organisiert. Ineiner Folge zum Thema „Gehörlose Trans*-Menschen“ war Klark Wolke zu Gast. Klark ist selbst trans* und erzählt über den Umgang mit der eigenen Geschlechtsidentität und seiner Transition. Hier gelangt ihr zur Folge (https://www.youtube.com/watch?v=lDepvhKlrNY)  
In einer weiteren Folge wurden die taubstummen Dragqueens Carolina und Chantello eingeladen. Sie erzählen von ihren ersten Auftritten, ihrer Herkunft und ihren Vorbilder (https://www.youtube.com/watch?v=_Ie0SuiNhEc).
Auch bei uns im Radio gibt es einen festen Platz für LGBTQIA+ Themen: Rainbow City Radio lädt regelmäßig Gäst:innen aus der Berliner Kunst-, Kultur- oder Politikszene ein, gemeinsam diskutierten Sie Themen und Begebenheiten aus der LGBTQIA+ Community. Ein Bestandteil des Programms ist zum Beispiel der L-Funk. Hier richtet Moderatorin Tatjana Meyer ihren stets individuellen Blick auf die Lesbenszene. Xenia Brühl führt die Zuhöhrer:innen durch die Rubrik „Trans* für Einsteiger“.

Rainbow City wird jeden ersten und dritten Samstag im Monat um 15 Uhr online oder auf der 91.0 gesendet.

Mehr über diese Menschen und Themen zu erfahren, kann für alle bereichernd sein. Es sind viele kleine Schritte im Kampf gegen Diskriminierung, doch sie alle gehen in die richtige Richtung. Wir als Medienschaffende haben immer wieder die Chance, queere Themen sichtbar zu machen und ihnen Raum zu geben – und die sollten wir nutzen!