Soul of Stonewall Award

Nicht heterosexuell zu sein und dies offen und frei zu leben, bedeutet für viele Menschen auch heutevnoch, mit sozialer Ächtung zu leben oder in verschiedenen Ländern auch um das eigene Leben zuvfürchten. Der Berliner CSD e.V. zeichnet Personen oder Organisationen mit dem Soul of Stonewall Award (SoSA) aus, um dem vielfältigen Engagement für die Menschenrechte von LSBTIQ* Respekt auszusprechen.

Soul of Stonewall Award 2019 WIDERSTAND in Kooperation mit QUARTEERA e.V.

Tatiana Vinichenko für die Rettung bedrohter LSBTIQ* aus Tschetschenien

Begründung
Die Leiterin des „Moskauer Community-Zentrum für die LSBT+ Initiativen“ ist seit 2006 LSBTIQ*-Aktivistin. Mit ihrem russischen Netzwerk evakuiert sie LSBTIQ* aus Tschetschenien, die unter der Verfolgung ihrer Regierung leiden, täglicher Gewalt ausgesetzt sind und mit dem Tod bedroht werden.

Innerhalb von vier Tagen gelang es dem Netzwerk, ein Safe-Space für LSBTIQ* aus Tschetschenien zu organisieren, eine geheime Unterkunft, in der die Bewohner*innen medizinische, juristische und psychologische Hilfe erhalten. Viele Menschen sind dank der Arbeit des russischen LSBTIQ*-Netzwerks noch am Leben.

Foto: ©Brigitte Dummer
Foto: ©Brigitte Dummer

Soul of Stonewall Award 2019 LOKAL

Annet Audehm für ziviles Engagement

Begründung

Die Berlinerin ist im Protest zu Hause. Die 55-jährige Menschenrechts- und LSBTIQ*-Aktivistin trat schon während ihrer Schulzeit für die Rechte anderer in den Schülerstreik. Auch nach Jahrzehnten im Kampf ruft die Fotografin täglich zur Unterstützung sozialer Projekte auf, sammelt Spenden und schenkt anderen Menschen Trost und Halt, ob nun im Frauenkampf, gegen trans*- und homophobe Gewalt oder im Einsatz für Kinder von geflüchteten Menschen. Noch heute plant Annet stets neue Aktionen, mit viel Glitzer und ganz nach ihrem Motto „Nicht nur labern – auch was mache“.

Soul of Stonewall Award 2019 NATIONAL

Ilona Bubeck und Jim Baker für ihr gemeinsames Engagement als Der QUERVERLAG

Begründung
Deutschlands erster lesbisch-schwuler Verlag wurde 1995 von Bubeck und Baker gegründet, die diesen noch immer führen.
Ziel des Verlags war es von Anfang an, anspruchsvoller und zugleich unterhaltsamer Literatur mit schwulen und/oder lesbischen Inhalten eine Heimat und einen Platz im breiten Buchmarkt zu geben.

Das Verlagsprogramm umfasst Belletristik, Sachbücher zu aktuellen Fragen der lesbischen, schwulen und trans* Communitys sowie die Krimireihe „quer criminal“. Pro Jahr veröffentlicht der Querverlag rund 12 neue Titel.

Foto: ©Brigitte Dummer
Foto: ©Brigitte Dummer

Soul of Stonewall Award 2019 LEBENSWERK

Gery Keszler

Begründung

Aufstehen und Flagge zeigen, der 56-Jährige ist Initiator, Organisator und das Gesicht des Life Ball. Mit seinem jahrzehntelangen Engagement gegen Stigma und Ausgrenzung hat Keszler das Bild Wiens als Stadt der Toleranz und Weltoffenheit hinausgetragen und maßgeblich geprägt. 1993 finanzierte der ehemalige Visagist den extravaganten Event erstmals und aus eigener Tasche. 27 Jahre später zählt der Ball nicht nur zur größten Veranstaltung für die LSBTIQ*-Community in Österreich, sondern auch zur größten Benefiz-Veranstaltung in Europa für HIV-infizierte und an AIDS erkrankte Menschen. Der Verein LIFE+, Trägerverein hinter dem Life Ball, konnte so über 30 Millionen Euro an mehr als 170 AIDS-Hilfsprojekte im In- und Ausland ausschütten.