Statement des Vorstandes des Berliner CSD e. V. zum Anschlag beim 48. CSD
Wir als Berliner CSD e. V. sind bestürzt und unendlich traurig über den Anschlag beim 48. Berliner CSD. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind.
Der Berliner CSD e. V. wurde von der Polizei kurz nach 22:00 Uhr über eine Gefahrenlage im Umfeld der Abschlusskundgebung des Berliner CSD informiert. Der Vorstand des Berliner CSD e. V. hat die Kundgebung daraufhin sofort abgebrochen. Das Programm auf den Bühnen sowie der Betrieb aller Versorgungsstände wurden umgehend eingestellt und alle Besuchenden über Anzeigen und Ansagen zum sofortigen geordneten Verlassen des Veranstaltungsgeländes in Richtung Brandenburger Tor aufgerufen. Die Teilnehmenden sind dieser Aufforderung zügig, ruhig und ohne weitere Vorkommnisse gefolgt.
Die Berliner Polizei hat ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Versammlungen zum Berliner CSD in Gebrauch. Zusätzlich hat der Berliner CSD e. V. unterstützende Maßnahmen zum Informationsfluss, Brandschutz, Arbeitsschutz und ein Ordner:innenkonzept für die Versammlungen vorbereitet.
Diese Maßnahmen wurden mit der Berliner Feuerwehr, der Berliner Polizei, der Bundespolizei, dem ASB Berlin, der DB Sicherheit, den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Mitte abgestimmt und haben uns ermöglicht, das Veranstaltungsgelände zügig, geordnet und sicher zu evakuieren.
Wir danken allen Ehrenamtlichen und allen Menschen, die Samstag, dem 25. Juli, friedlich mit uns demonstrieren wollten. Viele von ihnen haben den gestrigen Tag in einer emotional sehr belastenden Situation beendet. Was sie erlebt haben, kann lange nachwirken. Wir empfehlen allen Betroffenen, die vorhandenen psychologischen Beratungsangebote wahrzunehmen. Auch für unser eigenes Team steht eine Notfallseelsorge zur Verfügung.
Unser Dank gilt allen Helfer:innen und Einsatzkräften, die sofort gehandelt haben. Ihr schnelles und professionelles Handeln war in dieser Lage entscheidend.
Wir danken insbesondere der Polizei, Feuerwehr, den Rettungskräften, dem Berliner Senat und den weiteren beteiligten Behörden für die gute und besonnene Zusammenarbeit und ihre Unterstützung in dieser für uns alle schwierigen Situation.
Der Berliner CSD steht für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität. Was jetzt gebraucht wird, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen.
An unserer Haltung hat sich nichts verändert: Wir lehnen jede Form von Gewalt ab. Rechte oder religiöse Ideologien verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken. Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne Relativierung. Ebenso klar stellen wir uns jedem Versuch entgegen, die Tat für Hass gegen Muslim*innen Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren.
Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir nicht zulassen. Wir bleiben laut, wir lassen uns nicht zurückdrängen. Liebe ist stärker als Hass.