Kampagne 2026

enabler

Haltung ist hot

Deine Stimme steht dir gut.

Berlin geht am 20. September 2026 für eine weltoffene Stadt wählen.

Diese Wahl entscheidet mit darüber, wie frei, sicher und sichtbar queeres Leben in unserer Stadt auch in Zukunft sein wird.

Kampagnenmotive

Warum wir diese Kampagne machen

Berlin ist die Stadt der Freiheit. Das ist der politische und gesellschaftliche Anspruch, den wir an unsere Stadt haben. Doch in Zeiten wachsender politischer Unsicherheit sowie zunehmender Angriffe auf Minderheiten und ihre Rechte ist dieses Freiheitsversprechen keine Selbstverständlichkeit mehr.

Mit unserer Kampagne wollen wir Menschen ermutigen, Haltung zu zeigen – für eine vielfältige, demokratische und weltoffene Stadt. Am 24. und 25. Juli beim Berliner CSD. Und am 20. September bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.

Freiheit schützen

Für ein Berlin, in dem alle Menschen sichtbar und sicher leben können.

Vielfalt stärken

Für eine Stadt, die von Offenheit und Respekt lebt.

Demokratie verteidigen

Demokratie verteidigen
Für eine Gesellschaft, die zusammenhält und niemanden ausschließt.

Warum wir wählen gehen

Die queere Community geht wählen: Weil Demokratie, Vielfalt und unsere Rechte nicht selbstverständlich sind. Weil wir mitgestalten wollen, wie unsere Regenbogenhauptstadt in Zukunft aussehen sollen. Weil wir sicher und sichtbar sein wollen.

Unsere Forderungen

1. Die Zeit ist jetzt: World Pride 2032 in Berlin

Berlin ist die Stadt der Freiheit und weltweit ein Symbol für queere Sichtbarkeit, Vielfalt und Community. Diese internationale Strahlkraft ist jedoch kein Selbstläufer. Sie braucht politische Unterstützung, langfristige Investitionen und eine klare Zukunftsstrategie. Wer den Anspruch erhebt, internationale Regenbogenhauptstadt zu sein, muss auch die Voraussetzungen schaffen, queeres Leben dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln.

Um die Regenbogenhauptstadt zu stärken und ein politisches Signal als Stadt der Freiheit zu senden, wird sich der Berliner CSD e. V. mit Unterstützung durch das Lesbisch-schwule Stadtfest und dem Folsom e. V. für den World Pride 2032 bewerben. Ein World Pride wäre weit mehr als ein internationales Großereignis: Er wäre ein sichtbares Bekenntnis zu Freiheit, Vielfalt und Demokratie und ein Impulsgeber für den nachhaltigen Ausbau queerer Infrastruktur, internationaler Vernetzung und gesellschaftlicher Teilhabe. Darüber hinaus würde die lokale Wirtschaft und der Tourismus von der Ausrichtung profitieren. Gleichzeitig bietet eine Bewerbung die Chance, langfristige Investitionen in Kultur, Begegnungsorte und demokratische Zivilgesellschaft anzustoßen und Berlin als offene, solidarische und vielfältige Metropole weiter zu stärken.

Daher fordern wir:

Die politische und finanzielle Unterstützung einer Bewerbung für den World Pride 2032 und die Verankerung dieses Ziels im kommenden Koalitionsvertrag.

2. Queere Räume schützen

Queere Räume sind Schutzräume, Kultureinrichtungen, Orte zum Feiern, Treffpunkte und Teil der Berliner Stadtgeschichte. Immer mehr queere Orte verschwinden allerdings durch steigende Mieten, Verdrängung und fehlende langfristige Absicherung. Ziel muss eine Stadt sein, in der queeres Leben sichtbar bleibt und neue Orte entstehen können – sicher, zugänglich und langfristig abgesichert.

Daher fordern wir:

  • Ein nachhaltiges Schutz- und Entwicklungsprogramm für queere Räume, um bestehende Orte langfristig zu sichern und neue Räume für Begegnung, Kultur und Community zu schaffen.
  • Dass queere Projekte bei der Vermietung und Verpachtung landeseigener Immobilien stärker berücksichtigt werden, um gemeinwohlorientierte und niedrigschwellige Angebote zu stärken. 
  • Die Unterstützung durch die Landesregierung bei der Schaffung eines großen Community-Zentrums als Kultur-, Bildungs-, Begegnungs- und Partyorts.
  • Kostenfreien Zugang zu öffentlichen Räumen für nicht kommerzielle queere Projekte und Veranstaltungen (z. B. Rathäuser und kommunale Veranstaltungsorte).
  • Eine höhere finanzielle Unterstützung queerer Strukturen in den Außenbezirken, in denen queere Infrastruktur oft noch unzureichend ausgebaut ist.
  • Dass sich die Landesregierung mit einer Bundesratsinitiative dafür einsetzt, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ dauerhaft queerinklusiv auszugestalten und das Förderprogramm „Queer leben“ weiterzuentwickeln.

3. Mehr Sicherheit für queere Menschen

Queere Menschen müssen in Berlin sichtbar und sicher leben können: Auf der Straße, in Schulen, im Nachtleben, im öffentlichen Raum und auch im digitalen Raum. Gleichzeitig nehmen queerfeindliche Gewalt, digitale Hasskampagnen und Desinformation spürbar zu. 

Daher fordern wir:

  • Die Unterstützung der Community beim Aufbau eigener Sicherheits- und Unterstützungsstrukturen im Sinne einer Selbstermächtigung der Community, insbesondere durch die Förderung von Selbstverteidigungskursen, Schutzkonzepten, Opferhilfestrukturen und niedrigschwelligen Kommunikations- und Meldewegen innerhalb der Community.
  • Dass sich die Landesregierung auf Bundesebene dafür einsetzt, dass digitale Plattformen stärker reguliert werden. Darüber hinaus müssen Plattformen aber auch Täter  konsequent nach geltendem Recht in Verantwortung gezogen werden, um Hass im Netz, queerfeindliche Hetze und Desinformation wirksam zu bekämpfen.
  • Die Einlösung des staatlichen Schutzversprechens gegenüber der queeren Community, damit queere Menschen sich im öffentlichen Raum frei, sichtbar und sicher bewegen können.
  • Die verbindliche Umsetzung und ausreichende Finanzierung der Maßnahmen aus der Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit aus dem Jahr 2025, damit aus politischen Ankündigungen konkrete Verbesserungen im Alltag queerer Menschen entstehen.

Der Berliner CSD begrüßt die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Community-Akteur*innen und der Berliner Polizei zur Verbesserung der Sicherheit queerer Menschen. Gleichzeitig berichten queere Menschen weiterhin von negativen Erfahrungen im Kontakt mit Sicherheitsbehörden. Ziel muss es sein, Vertrauen zu stärken, Schutz wirksam auszubauen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

4. Vielfalt in der Bildung stärken

Bildungseinrichtungen prägen die Gesellschaft von morgen. Deshalb müssen sie Orte sein, an denen Vielfalt sichtbar wird, Respekt selbstverständlich ist und queere Menschen sicher lernen, arbeiten und sich entfalten können. Diskriminierung muss konsequent entgegengewirkt und die freie Entfaltung geschlechtlicher und sexueller Identität ermöglicht werden.

Daher fordern wir:

  • Die verbindliche Berücksichtigung queerer Lebensrealitäten im Unterricht und in den Lehrmaterialien.
  • Eine verlässliche finanzielle Förderung externer Bildungs-, Präventions- und Beratungsangebote, die Schulen niedrigschwellig und unbürokratisch in Anspruch nehmen können.
  • Unabhängige und niedrigschwellige Beschwerdestrukturen für Schüler*innen, Studierende und Lehrkräfte, die Diskriminierung erleben oder beobachten.
  • Die Anerkennung der Geschlechtsidentität in allen Dokumenten, bei der Nutzung von Sanitäreinrichtungen und in der Ansprache.
  • Die Unterstützung von Diversity AGs an den Berliner Schulen 

5. Queere Gesundheitsangebote ausbauen

Queere Menschen erleben im Gesundheitswesen noch immer strukturelle Hürden, Versorgungslücken und Diskriminierung. Gleichzeitig bestehen in vielen Bereichen erhöhte Bedarfe an psychosozialer Unterstützung, mentaler Gesundheitsversorgung sowie an niedrigschwelligen und queerkompetenten Angeboten. Gesundheitliche Versorgung muss für alle Menschen erreichbar, diskriminierungsfrei und an den tatsächlichen Lebensrealitäten orientiert sein – unabhängig vom Wohnort, Einkommen oder der geschlechtlichen Identität.

Daher fordern wir:

  • Den Ausbau wohnortnaher, niedrigschwelliger und queerkompetenter Gesundheitsangebote – insbesondere in unterversorgten Bezirken, damit Unterstützung unabhängig vom Wohnort erreichbar ist.
  • Eine deutlich stärkere finanzielle Förderung psychosozialer Beratungsangebote sowie der mentalen Gesundheitsversorgung für queere Menschen, insbesondere zur Verringerung von Wartezeiten und zur Schließung bestehender Versorgungslücken.
  • Dass sich die künftige Landesregierung verbindlich zur Fortführung und Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen zur Beendigung von AIDS bekennt und die hierfür notwendigen Präventions-, Test- und Unterstützungsangebote langfristig absichert.
  • Dass sich die Landesregierung auf Bundesebene dafür einsetzt, den diskriminierungsfreien Zugang zu geschlechtsangleichenden und geschlechtsbestätigenden Behandlungen sicherzustellen und eine verlässliche Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen zu gewährleisten.

6. Queere Großveranstaltungen ausreichend finanzieren

Prides, Straßenfeste, Kulturveranstaltungen und Community-Events sind weit mehr als Freizeitangebote. Sie schaffen Sichtbarkeit, stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt und ermöglichen demokratische Teilhabe. Sie tragen damit auch erheblich zur queeren Infrastruktur in Berlin bei. 

Gleichzeitig sind sie ein relevanter Wirtschafts- und Tourismusfaktor für Berlin: Sie ziehen millionen Besucher*innen aus dem In- und Ausland an, schaffen Umsätze in Hotellerie, Gastronomie, Kultur und Einzelhandel und prägen das internationale Image Berlins als offene und vielfältige Metropole.

Während die Stadt wirtschaftlich und touristisch von ihrer queeren Sichtbarkeit profitiert, tragen die Veranstalter*innen häufig erhebliche finanzielle Risiken und stemmen Organisation, Sicherheit und Infrastruktur mit begrenzten Ressourcen und hohem ehrenamtlichen Einsatz. Viele Trägervereine geraten dadurch an ihre Belastungsgrenzen und können ihren eigentlichen Aufgaben für Community, Kultur und politische Arbeit immer weniger nachkommen.

Daher fordern wir:

  • Einen deutlich höheren Anteil der Einnahmen aus der City Tax für die Finanzierung queerer Großveranstaltungen und ihrer Trägerstrukturen, da diese Veranstaltungen erheblich zur touristischen Attraktivität und internationalen Strahlkraft Berlins beitragen.
  • Ein dauerhaftes Förderprogramm zur Absicherung queerer Großveranstaltungen bzw. ihrer Trägervereine, das mehrjährige Planungssicherheit ermöglicht und kurzfristige Projektlogiken überwindet.
  • Die Anerkennung queerer Veranstaltungen als Bestandteil der Berliner Kultur- und Tourismusstrategie und ihre entsprechende Berücksichtigung in der Förder- und Standortpolitik.

Veranstaltungen

Haltung zeigen. Mitdiskutieren. Dabei sein.

Queere Wahlarena

Juli 2026 um 18 Uhr Heilig-Kreuz-Kirche

Berlin gilt als Regenbogenhauptstadt. Doch wie sicher ist die Zukunft queeren Lebens in unserer Stadt wirklich? Welche politischen Entscheidungen braucht es, um Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte zu schützen und zu stärken? Diesen Fragen widmen wir uns bei der ersten Queeren Wahlarena im Rahmen des Pride Month Berlin.

Mit dabei sind:

  • Stefan Evers (CDU), Finanzsenator
  • Steffen Krach (SPD), Spitzenkandidat
  • Maximilian Schirmer (Die Linke), Landesvorsitzender
  • Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen), Spitzenkandidatin

Moderation: Maria Popov

Kommt vorbei, stellt eure Fragen und diskutiert mit über die Zukunft queerer Politik in Berlin.

So kannst du mitmachen

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