| 01.07.2026 | 18:00 – 19:30 Uhr |

Premiere GIGA 8 - Gigi Spelsberg

Bildung & Empowerment / Education & Empowerment, Kultur & Kunst / Culture & Arts, Laut gegen Hass / Loud against hate

GIGA 8 ist ein Kollaborationsprojekt, das von Prof. Stini Roehrs (Bewegtbild, Universität der Künste
Berlin – UdK) und Prof. Lars Paschke (Modedesign, Hochschule für Kunst und Design Burg
Giebichenstein Halle) konzipiert und künstlerisch begleitet wurde. Das Projekt bringt zwei
unterschiedliche künstlerische Disziplinen und Institutionen zusammen und erforscht neue Formen
des Geschichtenerzählens an der Schnittstelle von Film und Mode.

Im Anschluss an die Vorführung sprechen die Schauspielerin und Protagonistin Gigi Spelsberg sowie
die beiden Projektleiter*innen Prof. Stini Röhrs und Prof. Lars Paschke über die Entstehung des Films,
die Zusammenarbeit zwischen Mode und Bewegtbild sowie Fragen von Inszenierung, Identität und
Performance. Die Moderation übernimmt Zuzanna Czebatul.
Im Wintersemester 2025/26 wurde GIGA 8 als ein experimenteller, episodischer Modefilm entwickelt,
der von Studierenden beider Studiengänge in engem interdisziplinären Austausch geschaffen wurde.
Im Mittelpunkt steht Schauspielerin und Model Gigi Spelsberg – zugleich reale Person, performative
Figur und Projektionsfläche für gesellschaftliche Fragen. Ihre Lebenserfahrung bildet die Grundlage
der Konzeption von Themen, die im Laufe des Films untersucht werden.
In acht miteinander verbundenen Episoden verwebt der Film Kleidung, Körper, Kamera und Erzählung
zu einer Reihe filmischer Studien. GIGA 8 lehnt lineares Storytelling und konventionelle
Modefilmformate ab und bewegt sich fließend zwischen Fiktion und Realität, Intimität und
Inszenierung, Performance und Identität. Mode wird nicht als bloße Oberfläche behandelt, sondern
als aktive Kraft, die Identität formt und verhandelt.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten bildet den Kern des Projekts: Jede Episode
entsteht aus einem Dialog zwischen Film und Mode, Bild und Material, Konzept und Verkörperung.
Dieser Austausch eröffnet einen gemeinsamen Raum des Experimentierens, in dem sich neue
Bildsprachen und Erzählstrukturen entfalten können.
GIGA 8 setzt sich mit Fragen der Sichtbarkeit, der Urheberschaft und der Selbstkonstruktion
auseinander und reflektiert darüber, wie Identitäten zwischen persönlicher Handlungsfähigkeit und
äußerer Projektion entstehen. Die episodische Struktur ermöglicht vielfältige Perspektiven – von
Momenten der Transformation und Enthüllung bis hin zu Dynamiken von Kontrolle, Begehren und
Selbstermächtigung – wobei persönliche, politische und poetische Dimensionen miteinander
verwoben werden.
Präsentiert wird ein Verständnis von Mode als gelebte und performative Praxis und Film als Medium,
durch das diese Prozesse sichtbar werden. Das Projekt lädt das Publikum letztlich dazu ein, die
Grenzen zwischen Bild und Realität, Urheberschaft und Repräsentation zu überdenken und darüber
zu reflektieren, wie wir Identität heute konstruieren und wahrnehmen.
Das Projekt wurde gemeinsam mit Pauline Pyras (UdK) und Dana Elmi Sarabi (künstlerische
Mitarbeiterin, BURG) gestaltet. Zudem trugen Göksu Kunak, Antony Franz und Adam Russell-Jones als
Movement Coaches zur Choreografie bei.
Ein besonderer Dank gilt dem Institut Français Berlin für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Gigi Spelsberg (*1977, Marseille/Berlin) ist Schauspielerin, Künstlerin und Model und arbeitet an der Schnittstelle von Film, Theater, Performance und Mode. Nach einem Studium in Produkt- und
Modedesign absolvierte sie ihre Schauspielausbildung in New York und Berlin mit Schwerpunkt Meisner-Technik.
Sie war u. a. in Produktionen für Netflix, Amazon Prime Video und MUBI zu sehen sowie in Kunst- und
Theaterarbeiten, darunter am Hamburger Bahnhof Berlin und an der Volksbühne Berlin.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie zudem durch ihre Arbeit als Model und Performerin, unter
anderem für Balenciaga Couture.

Stini Röhrs ist seit 2024 Professorin für die Klasse „Gestaltung des bewegten Bildes“ an der
Universität der Künste Berlin. Als Regisseurin und Fotografin bewegt sich ihre Praxis zwischen Kunst,
Kultur und internationaler Medienproduktion. Arbeiten von ihr wurden unter anderem im Hamburger
Bahnhof Berlin und bei der Manifesta Biennale gezeigt; zugleich realisiert sie internationale
Produktionen und Kampagnen für Marken wie Balenciaga, Calvin Klein oder Mercedes-Benz.
In ihrer Lehre versteht sie Bewegtbild als ein Medium, das Wahrnehmung formt, Wirklichkeiten
konstruiert und kulturelle Prozesse sichtbar macht. Dabei verbindet sie künstlerische, theoretische
und technologische Perspektiven und vermittelt Bewegtbild als zeitgenössische Praxis zwischen
ästhetischer Forschung, kritischer Reflexion und professioneller Anwendung.
Röhrs studierte Kunstgeschichte, Performance-Theorie sowie Visuelle Kommunikation in Berlin (FU
sowie UdK) und New York City(Pratt institute). Ihre theoretische wie praktische Ausbildung prägt eine
Arbeitsweise, die künstlerische Forschung, kulturelle Analyse und zeitgenössische Bildproduktion
miteinander verbindet.
Ihre Arbeiten untersuchen Fragen von Identität, Körperlichkeit und zeitgenössischer Bildkultur und
bewegen sich zwischen Experimentalfilm, Fotografie und visueller Kommunikation.

Lars Paschke ist seit 2021 Professor für Modedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule
Halle. In seiner Lehre versteht er Modedesign als offene künstlerische Praxis an der Schnittstelle von
Kleidung, Körper und zeitgenössischer Bildkultur. Dort verbindet er experimentelle Entwurfsprozesse
mit Archivrecherche und transhistorischen Designmethoden und untersucht Mode als kulturelles
Gedächtnis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und spekulativer Narration.
Er studierte Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Modedesign an der
Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Antwerpen.
In seiner künstlerischen und gestalterischen Praxis bewegt er sich zwischen Mode, Performance,
Theater, Schmuckdesign und Bildender Kunst. Seine Arbeiten entstehen häufig in interdisziplinären
Kontexten und untersuchen Mode als erweitertes Medium zwischen Kleidung, Körper, Materialität
und performativer Inszenierung.
Paschke entwickelte Projekte und Arbeiten unter anderem mit Arielle de Pinto, Veronica Shiitake und
Zuzanna Czebatul sowie für Produktionen von PLANNINGTOROCK, Tilman Hecker und Virtuelles
Theater.

WANN
01.07.2026, 18:00 – 19:30 Uhr
WO
Cinema Paris, Kurfürstendamm 211
VERANSTALTER:IN
Institut français Berlin/Bewegtbild, Universität der Künste Berlin – UdK/Modedesign, Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle
EINTRITT
Gratis / Spendenbasis