Pressemitteilung 18. März 2015

Mittwoch 18th, März 2015 / 17:34
Pressemitteilung 18. März 2015

Aufruf zum CSD 2015 in Berlin:
Politisch feiern – Vielfalt sichtbar machen!

Gemeinsames Vorwort des Berliner CSD e.V. und der Berliner Aids-Hilfe e.V. zur Pressemitteilung des Berliner CSD e.V.: „Aufruf zum CSD 2015 in Berlin“

Der Christopher Street Day 2014 war in Berlin ein CSD der Zuspitzungen, Widersprüche und Auseinandersetzungen. Der Berliner CSD e.V. hatte bei der versuchten Umbenennung der CSD-Demonstration in Stonewall-Parade die Community übergangen und frustriert. Mit dem Aktionsbündnis 2014 entstand als Gegenreaktion eine alternative CSD-Demonstration, die aber auch nicht alle Erwartungen erfüllen konnte. Im Verlauf dieser Entwicklung haben beide Seiten versagt, was konstruktive Kommunikation und Konfliktlösungen betrifft. Stattdessen sind Freundschaften zerbrochen; Kränkungen und persönliche Interessen haben wichtige und notwendige politische Diskussionen überschattet. Der CSD 2014 war für niemanden ein Gewinn.
 
Wir haben daraus gelernt. 2015 wollen wir gemeinsam andere Wege gehen.

Hierzu sagt Heiko Großer, Vorstandsmitglied der Berliner Aids-Hilfe e.V.: „Unabhängig voneinander haben wir das Geschehene selbstkritisch analysiert und unsere Schlussfolgerungen gezogen. Wir haben uns intensiv mit dem Berliner CSD e.V. ausgetauscht und zusammen das Verbindende gesucht. Dabei sind einige neue, konstruktive Ideen entstanden.“
 
Angela Schmerfeld, Vorständin des Berliner CSD e.V., ergänzt: „Wir sehen in einer neuen Struktur des CSD-Demonstrationszuges mit zwei Blöcken großes Potential für einen bunten, politischen und kraftvollen gemeinsamen CSD 2015. Das gelingt aber nur, wenn dazu die gesamte queere Community diese Blöcke inhaltlich und kreativ mit ihren Forderungen und Aktionen füllt und der CSD Parade wieder ihren Stempel aufdrückt“.
 
Zusammen wollen wir als Berliner CSD e.V. und als Berliner Aids-Hilfe e.V. ein Zeichen für gemeinsames Handeln setzen und laden dafür zur aktiven Teilnahme ein.

 


 
Pressemitteilung des Berliner CSD e.V.

2015 steht der Berliner CSD unter dem Motto „Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich.“
 
In Zeiten von Pegida und erstarkenden Ausgrenzungstendenzen in unserer Gesellschaft ist es besonders wichtig, ein Zeichen für gesellschaftliche Vielfalt und Akzeptanz zu setzen. Der Berliner CSD e.V. bemüht sich derzeit verstärkt darum, dieses Thema in den Inhalten und auch in der Umsetzung der CSD-Demonstration 2015 besonders zu berücksichtigen.
 
Der Berliner CSD präsentiert traditionell seine jeweiligen politischen Forderungen – jährlich formuliert von einem breiten Forum aus den Berliner LSBTI*-Communitys – in einer Kombination aus klassischem Demoaufzug und fröhlich feiernder Parade. Durch diese Form der Demonstration sollen nicht nur die Forderungen präsentiert, sondern auch die Vielfalt, das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude der LSBTI*-Communitys gezeigt und gestärkt werden. Das Nebeneinander von Politik und Party stellt in unseren Augen keinen Konflikt dar: Politik darf Spaß machen, Party kann politisch relevant sein – und letztlich ist das öffentliche Feiern des Andersseins und des Anderssein-Dürfens auch ein Statement.
 
 
Sichtbarkeit der politischen Inhalte
 
Um jedoch die Sichtbarkeit der politischen Inhalte zu stärken, haben wir in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen eingeführt: So müssen teilnehmende Fahrzeuge ihre Bannerflächen zu mindestens 70% für politische Botschaften nutzen; an der Spitze des Zuges befindet sich ein klassisches Demo-Banner; kleinere Community-Gruppen und -Vereine werden ermutigt, auch mit kleineren Fahrzeugen oder Fußgruppen teilzunehmen und bei der Suche nach Kooperationspartner*innen oder Sponsor*innen unterstützt; und für Kurzentschlossene werden wir auch 2015 auf unserer Website wieder Plakatmotive zum Download anbieten.
 
Aus vielen Gesprächen, die wir in den vergangenen Monaten mit anderen Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen geführt haben, hat sich nun eine weitere Maßnahme entwickelt: 
Wir reservieren den vorderen Teil der Parade (gleich hinter den beiden Führungswagen) für leisere Teilnehmende – etwa Fußgruppen, Chöre, Kinderwagen, Rikschas, Rolligruppen, Dreiräder, Samba-Bands und Fahrzeuge mit Musikanlagen bis 400 Watt – um besonders den vielen kleinen, graswurzelpolitisch engagierten Vereinen, Gruppen und Projekten zu mehr Sichtbarkeit bei der Parade zu verhelfen. Wir möchten durch dieses strukturelle Angebot diejenigen unterstützen, die sonst akustisch und optisch zwischen den großen Trucks verschwinden. Natürlich ist niemand verpflichtet, am Kopf der Parade mitzulaufen bzw. mitzufahren – wir bieten dies als neue Möglichkeit an, die auf Wunsch genutzt werden kann.
Für Fahrzeuge mit Musikanlagen bis 400 Watt gibt es bei der Anmeldung eine Option zur Wahl zwischen den Blöcken, die dann separat ausgelost werden. (Nicht-motorisierte Gruppen dürfen sich sowieso unangemeldet einreihen, wo sie wollen.)
 
Ob mit großem oder kleinem Wagen, mit Trommel oder Transparent, mit Flagge oder Fummel, laut oder leise, ob vorne, hinten, oben, unten oder mittendrin: Wir laden euch ein, die CSD Parade 2015 zu einer großen, vielfältigen und politischen Demo zu machen. Verschafft euren Forderungen Gehör, zeigt Gesicht und seid dabei!
 
 
Solidarität mit Flüchtlingen
 
Darüber hinaus rufen wir alle Beteiligten an der Parade auf, ihre Solidarität mit Flüchtlingen zu zeigen. LSBTI*-Flüchtlinge sind oft in einer besonders prekären Lage und brauchen unsere Unterstützung. Besonders die großen Trucks können hier einen Beitrag leisten: Reserviert einen Teil der Plätze auf euren Trucks für Flüchtlinge, damit diese ihre Anonymität und Sicherheit wahren, aber trotzdem teilnehmen können: Refugees welcome!


 

Pressekontakt Berliner CSD e.V.

Michael Wilke & Tatjana Meyer
(CSD Pressestelle)

E-Mail: email hidden; JavaScript is required
Tel.: +49 – 30 – 23 62 86 32
Fax: +49 – 30 – 23 62 86 34

 

Pressekontakt Berliner Aids-Hilfe e.V.

Jens Petersen
(Öffentlichkeitsarbeit)

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Tel.: +49 – 30 – 88 56 40 – 29
Mobil: +49 – 177 – 6 32 44 80

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