Teilnahme Hamburg/Mahnwache
CSD Berlin e. V. nimmt Samstag kurzfristig mit eigenem Truck am Hamburger CSD teil und unterstützt Aufruf zur Mahnwache im Tiergarten am Sonntag
Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin setzt der Berliner CSD e. V. ein bewusstes Zeichen für Zusammenhalt, Sichtbarkeit und Demokratie: Der Verein wird kurzfristig mit einem eigenen Truck am Hamburger CSD teilnehmen. Der Truck wird dem Verein kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Der CSD Berlin 2026 war der größte in der Geschichte der Hauptstadt. Zugleich wurde er von einem tragischen Verlust überschattet. Der Berliner CSD e. V. trauert um den Menschen, der sein Leben verloren hat. Die Gedanken gelten den Verletzten, ihren Angehörigen und allen, die das Erlebte verarbeiten müssen.
Die Entscheidung, nur eine Woche später in Hamburg mitzufahren, ist dem Verein nicht leichtgefallen. Zwischen Trauer und Weitermachen liegt ein schmaler Grat. Doch beides ist wichtig und das will der Berliner CSD e. V. an diesem Wochenende deutlich machen.
„Gerade jetzt dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen. Unsere Antwort auf Hass ist Zusammenhalt. Unsere Antwort auf Angst ist Sichtbarkeit. Und unsere Antwort auf Gewalt ist eine Community, die füreinander einsteht. Wir werden wieder tanzen!“ , erklärt der Vorstand des Berliner CSD e. V.. Mit der Teilnahme am Hamburger CSD setzt der Berliner CSD e. V. am Samstag ein klares Signal an die queere Community und weit darüber hinaus: Wir lassen nicht zu, dass Angst unser Handeln bestimmt. Sichtbarkeit, Vielfalt und Solidarität sind keine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns diesen Raum erkämpft. Deshalb verteidigen wir ihn gemeinsam.
Aus Respekt vor den Opfern werden die Teilnehmenden gebeten, auf dem Truck dunkle Kleidung zu tragen.
Am Sonntag steht das Gedenken im Mittelpunkt. Der Berliner CSD e. V. unterstützt die Mahnwache für die Opfer des Anschlags, zu der der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e. V. und sein Bundesverband einladen und ruft dazu auf, sich daran zu beteiligen (Sonntag, 2. August 2026, 18:00 Uhr, Ahornsteig, Großer Tiergarten, Nähe Lennéstraße).
Weitermachen am Samstag und Innehalten am Sonntag gehören für den Verein zusammen. Das eine ersetzt das andere nicht. Es ist wichtig, für beide Gefühle Raum und Sichtbarkeit zu schaffen.
Mit der spontanen Teilnahme in Hamburg macht der Verein zugleich deutlich: Wir hören nicht auf. Es wird auch in Berlin wieder einen CSD geben. Und an diesem Wochenende stärken wir dem Hamburger Pride den Rücken.