Pride Month Berlin

2022 findet in Berlin zum ersten Mal der „Pride Month“ statt.

Vom 28.06.22 (Dienstag) – dem Stonewall Tag – vier Wochen lang, bis Sonntag, den 24.07.22.

Der Pride Month wird vom CSD Verein ins Leben gerufen, um Berliner*innen und Berlin Besucher*innen mehr Raum für LGBTQIA-Themen und Begegnungen in und mit den queeren Communities Berlins zu geben. Die Pride Demonstration und anschließende Abschlusskundgebung sind weiterhin Höhepunkt und Abschluss des Pride Months. Sie werden jedoch um vielfältige Möglichkeiten ergänzt um Austausch, Aufklärung und Begegnungen in und mit der queeren Community in bislang nicht möglicher inhaltlicher Tiefe zu haben. Dabei werden sowohl IRL wie virtuelle Möglichkeiten genutzt werden, um Orte für Begegnungen zu schaffen und Zugangsmöglichkeiten möglichst breit zu gestalten.

Und Berlins Communities sind eingeladen, mitzutun. Wir wollen Platz machen, nicht nur für unsere, sondern für so viele queere Ideen, wie möglich. Wir sind nicht interessiert an schicken Strohfeuern, sondern im Pride Month langfristige Impulse setzen, die Themen anstoßen, aber nicht ausdiskutieren, Perspektivwechsel ermöglichen und zu echter Weiterentwicklung beitragen.

Unser Wunsch und Anspruch an den Pride Month

 

Der Berliner CSD e. V. hat den Anspruch, alle Facetten der LGBTQIA-Community sichtbar zu machen und diese zu stärken. Weiter ist uns ein wichtiges Anliegen, bestehende Safer Spaces in Berlin zu unterstützen und ggf. weitere während des Pride Months zu kreieren. Wir laden Aktivist*innen aus allen Berliner Bezirken ein, den Pride Month mitzugestalten – ob altbekannt oder neu dabei. Wir möchten persönlichen Geschichten und Schicksalen Raum geben. Wir möchten Orte schaffen, an denen sich Menschen unserer Community zuhören und ins Gespräch kommen können. Mitgefühl, Verständnis, Perspektivenwechsel und Hervorhebung der Kraft, die viele Mitglieder der LGBTQIA-Community für ihr „normales“ Leben aufbringen, stehen im Fokus. Deutsche und multilinguale Programmpunkte sollen möglichst viele Menschen ansprechen und einbeziehen. Dabei ist Gebärdensprache als eine mögliche Sprache selbstverständlich mitgedacht.

Der Pride Month 2022 setzt vier Schwerpunkte

Für 2022 definieren wir vier Themenfelder, die das Programm des Pride Months prägen. Alle Schwerpunkte werden durchgängig in allen Wochen präsent sein. Besonders das Feld „Mentale Gesundheit & barrierearm“ wird themenübergreifend behandelt und dargestellt.

House of Pride

In der letzten Woche des Pride Months vereinen wir alle Schwerpunkte im „House of Pride“. Unter diesem Dachbegriff thematisieren wir die verschiedenen Aspekte der am 23.07.2022 stattfindenden Demonstration und mobilisieren Besucher*innen. Auf der Demonstration selbst werden alle Themenschwerpunkte als Trucks präsentiert.

Unser Anspruch an die Umsetzung in diesem ersten Jahr des Pride Months ist „Qualität vor Quantität“. Wir schaffen ein erstes, stabiles Fundament für die kommenden Jahre und setzen ein Zeichen für die Berliner Communitys.

Struktur und Umsetzung

Wöchentlich werden mit gleichem Gewicht Akzente zu den jeweiligen Fokusthemen gesetzt. Die letzte Woche des Pride Months vereint alle Kernaussagen.

Wie der Pride Month konkret aussieht? Hier einige unserer Ideen und Vorschläge. Eine genaue Programmgestaltung ist im Frühling 2022 unter Einbindung der Ideen und Konzepte der Berliner Communitys geplant.

Religion + Spiritualität

Religiöse Praxis und Glauben sind große Kraftquellen für Menschen – auch in der queeren Community, auch wenn es hier einige besondere Herausforderungen gibt. Wie finden Mitglieder der Community sich in der Religion zurecht? Welche Angebote abseits der großen Glaubensgemeinschaften gibt es? Der CSD e.V. will hier eine Brücken- und Vermittlerfunktion einnehmen, interreligiöser, interkulturelle und intersektionalen Austausch zum Thema möglich machen. Dabei wird es Gespräche mit queeren Gläubigen, Nonnen, Pastoren und Imamen genauso geben, wie mit Sanga-Leiter_innen, Atheist_innen und Kirchenkritiker_innen.

Die Darstellung aller unserer Themen ist immer multimedial zu verstehen: Live Veranstaltungen an themenspezifischen Orten – zum Beispiel in Kirchen, Moscheen oder Tempeln – werden durch Filmvorführungen in Kinos, Podcasts, Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen und natürlich Partys ergänzt. Verschiedene Weltanschauungen stellen sich vor und laden zum Kennenlernen ein. Ein religionsübergreifender Gottesdienst soll Teil des Programms sein. Außerdem ist ein „Tag der offenen Tür“ in verschiedenen Gebetshäusern denkbar.

Bei den thematischen Filmreihen sind eine Kooperation mit arte tv, dem rbb und Berliner Kinos möglich und geplant.

Mögliche Formate:

– Panel-Diskussion / Podcasts

– Film-Screenings

– Gottesdienste, Messen, Meditationen u. ä., „Open Houses“

FLINTA + Lesbische Sichtbarkeit

Frauen, Lesben, intersexuelle Personen, Transpersonen und asexuelle Personen – das sind die Akteuer*innen des nächsten Schwerpunkts des Pride Months 2022. Auch hier sieht der CSD e. V. sich als Raumgeber für bereits bestehende und neue Formate. Sichtbarkeit von Lesben und intersexuellen Personen, ein Austausch innerhalb der Berliner Community, Perspektivwechsel und neue Begegnungen stehen im Mittelpunkt, um die Szene und junge Mitglieder der Szene zu stärken. Denkbar wäre eine lesbische / intersexuelle / trans Filmreihe in Kooperation mit einem queeren Film Festival und Berliner Kinos. Lesungen in queeren Buchläden, eine Diskussion über den Sinn- oder Unsinn reiner Männer*- oder Frauen*-Veranstaltungen.

Organisationen präsentieren ihre Vision vom queeren Altern. Familienzentren für Regenbogenfamilien ihre von queeren Familien. Andere Berliner Akteur*innen kommen in Talkrunden und / oder Podcasts zu Wort. Veranstalter*innen von FLINTA-Partys und Abenden werden eingeladen, sich anzuschließen und das Programm des Pride Months zu bereichern. Eine Pop-up-Bar für Frauen und Lesben soll für einen Zeitraum während des Pride Month ins Leben gerufen werden. Es gibt Raum für physische Begegnungen und Networking. Bestehende Institutionen und Bars werden nach Möglichkeit eingebunden.

Mögliche Formate:

– Einbindung von Veranstaltungen wie z. B. Queer Garden, Girls Town, Butch Bar Flys, Dienstags in der Möbel Olfe, Oya am Heinrichplatz, CSD auf der Spree, u.a.

– Pop-up-Bar für FLINTA-Publikum

– Talkrunden / Podcasts

– Filme / queere Pornofilme

– Lesungen

Trans + POC / People of Color 

Perspektiven, Schicksale, Persönlichkeiten: Wer sind eigentlich die Trans-Personen und PoCs in den Berliner Communitys? Mit welchen Herausforderungen müssen sie sich auseinandersetzen? Wir diskutieren, wer welche Probleme verursacht und wer hilft sie zu lösen. Wir stellen die Persönlichkeiten vor, die diese Communitys prägen. Wir wollen ihren Stimmen Gehör verschaffen, ihnen die Möglichkeit geben, sich noch besser zu vernetzen und bestehende Projekte, Ideen und Veranstaltungen unterstützen. Die Geschichten verschiedener Trans-Persönlichkeiten sollen Raum bekommen, um sich abzubilden und darzustellen. Eine Aufzeichnung der Gespräche in Form von vorhandenen Podcast-Formaten ist denkbar. Ob Latin, asiatisch, türkisch, arabisch oder BPoC – mit wem, wo und wie feiern die Menschen in diesen LGBTQIACommunitys? Hier thematisieren wir, wie sehr sie die Berliner Szenen prägen und unterstützen Produktionen wie Kiki Balls (Vogueing) und die Ballroom Community und geben Raum für Kreation und Sichtbarkeit. Eine Open Stage für PoC- und Trans-Musiker*innen? Gern!

In diesem Themenfeld ist es bei allen Formaten wichtig, sie so multilingual wie möglich zu gestalten. Schon um abzubilden, welche Sprachen LGBTQIA in Berlin sprechen. Du möchtest die notwendigsten Vokabeln und Begriffe auf Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch, Spanisch, Portugiesisch, Kantonesisch oder Vietnamesisch lernen? Du möchtest queere Filme in fünf verschiedenen Sprachen sehen? Du willst endlich mal mehr Leute treffen, die aussehen wie du? We got you, beau.

Mögliche Formate:

bestehende Formen finanziell unterstützen und in die breite tragen / neuen Ideen Raum geben

– Screenings

– Podcasts (live) / Talkrunden

– Kooperation mit dem Gorki-Theater

– Lesungen

– Partys

House of Pride / Finale 

In der finalen Woche befinden wir uns auf der Zielgeraden zur Demonstration. Hier setzen wir Programmpunkte, die einen direkten Bezug zur Demonstration haben und szenenübergreifend sind. Die direkten politischen Forderungen des CSD 2022 bekommen mehr Raum. Internationale politische Themen wie die Unterstützung der osteuropäischen Prides und deren Situation stehen auf der Agenda.

Geplante Highlights: eine alkohol- und drogenfreie Party für trockene und cleane Mitglieder der Community. Ein Tanztee für ältere Schwule und Lesben. Ein politischer Talk mit Gäst*innen aus Osteuropa. Eine Anleitung für glückliches Daten über 50. Diskussionen mit queerem Pflegepersonal in Coronazeiten. Eine Talkrunde zu Toxic Masculinity. Szenenübergreifende Veranstaltungen und brandaktuelle Fragen zu Mental Health finden hier Platz und mobilisieren für die Demonstration und die anschließende Kundgebung.

Schwerpunkte pride month